Kurash: Der usbekische Wrestling-Stil, der von Dorfhochzeiten bis zu den Asienspielen reichte
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Bevor es in Usbekistan olympische Boxer gab, gab es dort jahrhundertelang Kurash – aufrechtes Jackenringen, das bei Hochzeiten und Feiertagen ausgetragen wurde. Mittlerweile ist es eine internationale Sportart mit einem eigenen Verband und Medaillen bei den Asienspielen.
Wenn Sie an einer Dorffeier, einem Navruz-Frühlingsfest oder einem regionalen Feiertag in Usbekistan teilnehmen, besteht eine gute Chance, dass Sie zwei Männer in bunten Jacken sehen, die sich im Gras umkreisen, während eine Menschenmenge Ratschläge ruft. Das ist Kurash, und es ist viel älter als jede moderne Föderation.
Die Regeln, einfach
- Ringer tragen eine Jacke (Yakhtak) und einen Gürtel; Griffe werden an Jacke und Gürtel genommen.
- Alles wird im Stehen bekämpft – es gibt keinen Bodenkampf oder Unterwerfung.
- Ein sauberer Wurf auf den Rücken beendet den Kampf sofort (halal).
- Für weniger vollständige Würfe werden Teilpunkte vergeben.
- Das Greifen der Beine mit den Händen ist verboten, was eine aufrechte, sichtbare Technik erzwingt.
Warum es wie Judo aussieht, es aber nicht ist
Beim Judo sind Bodenübungen, Würgegriffe und Armlocks möglich; Kurash nicht. Judo greift nach einem schwereren Gi; Kurash verwendet eine leichtere Jacke und einen leichteren Gürtel. Das Ergebnis ist schneller, offener und für den Zuschauer besser lesbar: Jemand landet auf dem Rücken und es ist vorbei.
Vom Hochzeitsfeld bis zur Weltmeisterschaft
In den 1990er Jahren kodifizierten usbekische Organisatoren die Dorftradition in einem einheitlichen Regelwerk, gründeten die International Kurash Association und drängten auf Anerkennung. Mittlerweile nimmt Kurash an den Asian Games und Asian Indoor Games teil und Nationalmannschaften aus dem Iran, Indien, Kasachstan, der Türkei und anderen Ländern treten ernsthaft gegeneinander an. Usbekistan bleibt das Referenzland.
Die kulturelle Schicht, die den Menschen fehlt
Traditionelles Kurash ist untrennbar mit Gastfreundschaft verbunden. Die Kämpfe fanden bei Spielzeugfeiern statt, die Sieger wurden vom Gastgeber mit Vieh, Teppichen oder Bargeld belohnt, und der Palvon – der starke Mann – hatte in der Mahalla einen echten Ansehensstatus. Diese soziale Rolle besteht in ländlichen Gebieten immer noch, auch wenn der Sport jetzt offiziell reguliert ist.
Wo man es im Jahr 2026 sehen kann
- Navruz-Feierlichkeiten im März, insbesondere im Fergana-Tal und in Surkhandarya.
- Regionale Feiertage und Hochzeitszeiten in Dörfern – fragen Sie Ihren Gastfamilien-Gastgeber.
- Nationale Meisterschaften in Taschkent und Provinzsportpalästen.
- Boysun Bahori und ähnliche Volksfeste, bei denen Kurash neben Musik und Pferdespielen stattfindet.
Können Besucher trainieren?
Ja. Viele Judo- und Sambo-Clubs in Taschkent unterrichten Kurash und heißen Besucher zu einer Sitzung willkommen. Bringen Sie einen Judo-Gi mit, wenn Sie einen haben, kommen Sie vor Unterrichtsbeginn an und fragen Sie direkt den Trainer – usbekische Vereine sind in der Regel großzügig gegenüber ausländischen Gästen, die respektvoll erscheinen.
Ehrliches Urteil
Kurash ist die eindeutigste Antwort darauf, warum Usbekistan so viele Weltklasse-Kämpfer hervorbringt. Schauen Sie sich eines Nachmittags davon an und die Box-, Judo- und Ringermedaillen des Landes sehen nicht mehr wie eine Überraschung aus.
Auch bekannt als: Kurash, usbekisches Gürtelringen, Kurash-Regeln, oʻzbek kurashi, кураш Узбекистан, узбекская борьба, 乌兹别克摔跤 库拉什, ウズベキスタンクラッシュ相撲.